Erfassung des phonologischen Sprachstands ehemaliger Late Talker zur Risikobeurteilung für phonologische Störungen - eine qualitative und quantitative Analyse

Beschreibung:
Theoretischer Hintergrund: Eine Sprachentwicklungsstörung erhöht das Risiko im Schulalter eine Lese-Rechtschreibstörung auszubilden. Ehemaliger Late Talker (LT) entwickeln zu 33 - 60 % eine Sprachentwicklungsstörung aus (Hecking & Schlesiger, 2010). In der phonologischen Entwicklung von LT sind Auffälligkeiten zu beobachten, daher wird eine LT-Vergangenheit als Risikofaktor für die Entwicklung einer phonologischen Störung vermutet.
Zielstellung: Ziel der Studie ist es, die Schnittstelle zwischen dem Erscheinungsbild der LTund funktionell bedingten Aussprachestörungen zu untersuchen, um Erkenntnisse über die phonologische Entwicklung von LT zu erlangen.
Fragestellungen: Wie unterscheidet sich der phonologische Sprachstand ehemaliger LT im Vergleich zur Gesamtpopulation? Welche phonologische Entwicklung zeigen ehemalige LT?
Methode: Die phonologische Entwicklung von LT wird als Pilotstudie in einem empirischen Vorgehen im Mixed-Methods-Design untersucht. Es werden 30 Daten von LT aus dem Forschungsprojekt „Optimale Therapie umschriebener Sprachentwicklungsstörungen (OTUS, o.J.)“ untersucht. Als Vergleich werden 14 Kontrollgruppendaten erhoben. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt statistisch mittels SPSS und inhaltsanalytisch nach Mayring (2015).
Ergebnis: Der T-Test für nicht verbundene Stichproben zeigt, dass LT signifikant weniger Wörter korrekt sprechen als die Kontrollgruppe. In der Auftretenshäufigkeit von Prozessarten wurde kein signifikanter Unterschied gefunden. Am häufigsten zeigen LT den phonologischen Prozess der Lautpräferenz. Insgesamt kommt bei 23 / 31 der LT eine phonologische Störung vor, ein LT ist physiologisch verzögert und sieben LT entwickeln sich physiologisch.
Fazit: Die quantitativen und qualitativen Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich LT phonologisch später entwickeln als altersentsprechende Kinder. Aussagen über die Pathologie der Aussprache von LT können nicht getroffen werden, da das Alter der Probanden auf 30 – 47 Lebensmonate begrenzt wurde. Die Limitationen dieser Studie lassen keine Generalisierung auf die Grundgesamtheit zu. Welche Prädiktoren dazu führen, dass eine Verzögerung eingeholt wird und welche Risikofaktoren das Ausbilden einer phonologischen Störung beeinflussen, muss weiter erforscht werden.
Messung
Kinder unter 2;6 und über 4;0, bestehen primärer Grunderkrankungen
keine abgeschlossene Sprachentwicklung, regelmäßiger Kontrakt zur deutschen Sprache
ja
Beschreibung relevanter Outcome-Parameter, quantitative Auswertung, qualitative Auswertung
n=44
Sprachentwicklungsstörung
Bachelor-Arbeit
Kohortenstudie
SPSS
5 MB